Detlef Waschkau - URBAN

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Am Anfang steht bei Detlef Waschkau eine große Geste mit dem Pinsel, die aus der Lust am Unkontrollierten gespeist ist. Mit lasierenden, meist leuchtenden Farben malt er auf eine Schichtholzplatte aus der gut zu verarbeitenden Pappel. Das Holz saugt auf, die Farbe dringt ein. Es ist die erste Spur einer Werkwerdung, die er, gleich welche Überarbeitungen noch folgen, in jeder seiner Arbeiten stehen lässt und die uns, wenn wir sie denn entdecken, gedanklich zum schöpferischen Ausgangspunkt mitnimmt. Dieser frühe spontane Farbauftrag wird anschließend gebändigt durch ein die Platte überziehendes gezeichnetes Flächenraster, in das Waschkau das Bildmotiv skizzenhaft anlegt. Es folgt der Griff zu den scharfen Bildhauerwerkzeugen, mit denen er feine Holzschichten Segment für Segment abschlägt, um im Wechsel auch das Motiv weiter malerisch zu formulieren. Dem Abtragen folgt das Auftragen folgt das Abtragen. Dematerialisierung und Konkretisierung bedingen einander und werden von Detlef Waschkau sensibel gewichtet. Ebenso hält er die Spannung zwischen einzeln gestalteten Flächen, die mal von ruhig-gedeckter Farbigkeit und mal von expressiv-heiterem Kolorit sind. So wie jedes der strukturierenden Segmente in seinen Bildobjekten für sich genommen von abstrakter Ausdruckskraft ist, fügt sich die Gesamtheit der malerisch plastischen Teilstücke zu figurativen Abbildern.

(Ralf Burmeister)

 

Mit großer Überzeugungskraft und erstaunlicher Aktualität widmet sich der Bildhauer und Maler Detlef Waschkau dem traditionellen Genre der gemalten Straßenszene. Dabei übersetzt er das vertraute Motiv vom Leben in der Großstadt in die Bildsprache des 21. Jahrhunderts und offeriert dem Betrachter ein lebendiges Bild, das der permanenten Transformation bei gleichzeitig zunehmender Uniformität der Metropolen entspricht.

Unterwegs in Europa und Japan, Peking, New York wird er zum Erzähler, der mit großer Freude am Detail aus vielen Motiven urbane Lebensräume zusammenfügt. In seinen Werken wird ein »Livestream« sichtbar, der in seiner energetischen Mischung von kurzen Sequenzen in den einzelnen Bildschichten lebt und deren Akteure individuelle Dynamik und grenzenlose Mobilität ausstrahlen. Bei Detlef Waschkau mutiert die Stadt zur Bühne für eine junge Generation, die schwerelos durch Architektur und Topografie gleitet – ausgestattet mit zeitgemäßen Accessoires und immer verbunden mit elektronisch vermittelten Informationen aus Mobiltelefon und iPod.

(Elke von der Lieth)

 

 

Vernissage: 13.09.2024, 19 Uhr

Einführung: Dr.Hannelore Paflik-Huber

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